NEUES FORMAT am KRESCHtheater

Im Anschluss an die Vorstellung SUPERHERO am 21.09.2019 präsentieren wir ein NEUES FORMAT am KRESCHtheater!
Talkrunden mit spannenden Gästen zu den Themen, die wir auf die Bühne bringen.
Wir kommen mit unseren Zuschauern ins Gespräch und laden Menschen ein, die aus Ihrem Alltag berichten und schaffen Raum für Gespräche im Anschluss an die Vorstellung.

Trotzdem – Mut zum Leben!?
Über den angemessenen Umgang mit den Themen Tod und Sterben im Kinder- und Jugendtheater
Eine Gesprächsrunde  im Anschluss an die KRESCHtheater Vorstellung
mit
Prof. Dr. Roland Besser,
Vorsitzender der Hospiz Stiftung Krefeld
Brigitte Fuß und Astrid Mühlenhaus
Abteilung Pflege Hospiz am Blumenplatz Krefeld
Prof. Tim Niehues
Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin am Helios Klinikum
Barbara Stüben,

Psychosozialdienst im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin am Helios Klinikum
René Linke,
Regisseur des Stückes SUPERHERO
Harun Ciftci, Sefa Küskü, Kim Sophie Scheele¸ Christina Wesemann,
SchauspielerInnen in SUPERHERO
Moderation: Helmut Wenderoth, KRESCHtheater
In der offenen Gesprächsrunde soll ein angemessener Umgang mit den Themen Tod und Sterben auf der Bühne erörtert werden. Dabei werden die Erfahrungen der SchauspielerInnen und Fragen des Publikums eine wesentliche Rolle spielen.   

 

Kresch-Gründerin Inge Brand im Alter von 78 Jahren gestorben

– Oberbürgermeister Frank Meyer: „Sie war Kopf und Herz dieses Theaters“

Die Gründerin und langjährige Leiterin des Kresch-Theaters, Inge Brand, ist am vergangenen Donnerstag im Alter von 78 Jahren gestorben. Die gebürtige Frankfurterin lebte seit rund 50 Jahren in Krefeld. Sie hat die hiesige Theaterszene geprägt, zunächst noch selbst als Schauspielerin am Stadttheater, später in fast zwei Jahrzehnten am Kinder- und Jugendtheater in der Fabrik Heeder. „Ohne Inge Brand hätte es das Kresch nicht gegeben – sie war der Kopf und das Herz dieses Theaters. Sie hat es zunächst mit großer Leidenschaft aufgebaut und dann über viele Jahre gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern das Profil des Hauses definiert und geschärft. Ihr Verständnis von Theater als Raum für soziale Werte und politische Inhalte wird ebenso bleiben wie ihre Haltung, Kinder und Jugendliche stets zu hundert Prozent ernst zu nehmen. Diese Grundsätze werden im Kresch-Theater auch in Zukunft weiterleben“, sagte Oberbürgermeister Frank Meyer.

Inge Brand wurde am 3. Januar 1941 in Frankfurt geboren und besuchte später dort die Schauspielschule. Gemeinsam mit ihrem Mann Rudolf Brand kam sie 1966 erstmals nach Krefeld und spielte unter dem Generalintendanten Joachim Fontheim am Theater Krefeld-Mönchengladbach. Sie gehörte dort zu den „jungen Wilden“, deren Protagonist der Regisseur Hans Neuenfels war. Unter Fontheim bestimmte der Realismus die Spielpläne: Autoren wie Brecht und Horvath standen regelmäßig auf dem Programm. Diese Zeit prägte auch Inge Brands Verständnis von Theater. Nach Engagements in anderen Städten, zum Beispiel am Düsseldorfer Schauspielhaus, kehrte sie 1971 nach Krefeld zurück und ließ sich hier nieder. Ein Jahr später wurde ihre Tochter Hanna geboren.

In den 1970er-Jahren ließ sich Inge Brand zur Theaterpädagogin ausbilden und absolvierte in Duisburg ein Lehramts-Studium mit den Fächern Germanistik und Sozialwissenschaften. Seit 1983 war sie Lehrerin am Maria-Sibylla-Merian-Gymnasium. Doch das Theater ließ sie nicht los: Am 9. September 1986 startete sie einen öffentlichen Aufruf und suchte stadtweit Jugendliche für das Projekt eines Stadtschultheaters. Prompt meldeten sich 60 junge Menschen, mit denen sie die Musik-Revue „Zicke-Zacke“ erarbeitete. Bereits im Oktober wurde bei „Herbst Pitt“ der Verein Krefelder Schul- und Jugendtheaterzentrum (Kresch) gegründet. Im Sommer 1987 spielte das Kresch in einem Theaterzelt vor der sanierungsreifen Fabrik Heeder. Angeblich soll Inge Brand damals vor dem Gebäude gestanden und ausgerufen haben: „Da muss ich rein!“ Genauso kam es: Ab 1988 waren Produktionen des Kresch in der ehemaligen Tapetenfabrik zu sehen.

Im Juli 1991 wurde das Kresch nach einem Beschluss des Stadtrates zu einer kommunalen Einrichtung. Es nahm in der Folgezeit an regionalen und nationalen Festivals teil. 1997 wurde das Kresch-Theater erstmals zum Kinder- und Jugendtheatertreffen nach Berlin eingeladen. Wie seinerzeit unter Hans Neuenfels standen auch bei Inge Brand sozialkritische Produktionen auf dem Spielplan: Brechts „Mutter Courage“, Max Frischs „Andorra“ oder Arthur Millers „Der Tod eines Handlungsreisenden“. Ihre Schwerpunkte im Kresch hat sie im Jahr 2000 selbst wie folgt beschrieben: „Kinder und Jugendliche brauchen ein Theater, das Fantasie und Verstand provoziert, das Probleme, Träume, Ängste darstellt; ein Theater der Freundlichkeit und des Vergnügens, der Aufmüpfigkeit und des Zorns; ein Theater das Toleranz vorführen kann und Neugierde auf das Leben weckt; ein Theater, das Anstoß zu einem spielerischen Umgang mit der Wirklichkeit gibt.“

Im Januar 2005, kurz nach ihrem 64. Geburtstag, wurde Inge Brand offiziell als Leiterin des Kresch-Theaters in den Ruhestand verabschiedet. Als Fotografin bereiste sie danach die halbe Welt, arbeitete für Foto-Magazine und zeigte ihre Bilder aus Libyen, Indien, Syrien, der Mongolei oder China in mehreren Ausstellungen. Sie übernahm auch den Vorsitz des Fördervereins für das Kulturbüro. Ihrem „Kind“, dem Kresch, blieb sie jederzeit treu und verfolgte den weiteren Weg des Theaters sehr intensiv – mit einer inneren Überzeugung, die Erich Kästner einst prägnant beschrieben hat: „Man muss Theater für Kinder genauso spielen wie für Erwachsene – nur besser.“

 

Unsere partizipativen Projekte in 2019/20

Seit Beginn unseres Theaters ist uns die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen besonders wichtig. Daher bieten wir jedes Jahr mit Beginn der neuen Schulzeit Kindern und Jugendlichen an, Teil des Kresch Theaters zu sein. Die Probenzeit bietet nicht nur die Möglichkeit neue Kontakte zu knüpfen, sondern bringt außerdem eine erfahrungsreiche, herausfordernde und insbesondere das Selbst-Bewusstsein stärkende Zeit mit sich. Im Laufe des Jahres entsteht mit Hilfe von talentierten Regisseuren eine Inszenierung unter professionellen Bedingungen, die am Ende mit zwei oder mehr Vorstellungen groß gefeiert wird.

Für Kinder von 8-12 Jahren bietet Andreas Simon immer Donnerstags von 16 bis 18 Uhr das StadtKinderTanz Projekt an.Hier lernen Kinder erste Erfahrungen mit dem Erfinden eigener Figuren und dem Einfühlen in andere Rollen. Der Kurs beginnt dieses Jahr am 05.09. um 16 Uhr.

Für Jugendliche ab 12 Jahren bieten wir am 29.09.2019 um 16 Uhr einen gemeinsamen Besuch einer aktuellen Produktion "OUT! - Gefangen im Netz" an. Darauf folgt eine erste Kennenlernrunde mit der Theaterleitung, den Gruppenleitern und einem Vorstand des Fördervereins.

Am 01.10.2019 ist der offizielle Beginn des StadtJugendTheaters1 für alle Jugendlichen von 12 bis 16 Jahren unter der Leitung von Anna Brass und findet folglich jeden Dienstag von 17 bis 19:30 Uhr statt. Hier wird die Möglichkeit geboten Erfahrungen mit Improvisation und konkreter Figurenarbeit zu machen.

Am 02.10.2019 beginnt das StadtJugendTheater2 für Jugendliche ab 16 Jahren unter der Leitung von René Linke und findet jeden Mittwoch von 18 bis 21 Uhr statt. Hier werden neben der Arbeit mit Figuren und Improvisation, zusätzliche Spiel-und Ausdrucksmöglichkeiten erprobt.
Für Jugendliche mit Erfahrung bieten wir außerdem das Kreativlabor an, wo sie in die Rolle eines Regisseurs schlüpfen und eigene, kleine Inszenierungen entwickeln können.

Es gibt pro Spielzeit eine einmalige Teilnahmegebühr von 85€ (ermäßigt 75€).