Die nächsten Termine

21
Sa
19:00
Superhero
14+
mit Gesprächsrunde | nach dem preisgekrönten Roman von Anthony McCarten

STUDIOBüHNE I
23
Mo
20:00
Superhero
14+
nach dem preisgekrönten Roman von Anthony McCarten

STUDIOBüHNE I
27
Fr
19:00
OUT!- gefangen im Netz
10+
Premiere | von Knut Winkmann

STUDIOBüHNE II und mobil im Klassenzimmer
28
Sa
19:00
OUT!- gefangen im Netz
10+
von Knut Winkmann

STUDIOBüHNE II und mobil im Klassenzimmer
29
So
16:00
OUT!- gefangen im Netz
10+
von Knut Winkmann

STUDIOBüHNE II und mobil im Klassenzimmer
06
So
16:00
Kannst du pfeifen, Johanna
5+
Premiere | nach dem Kinderbuch von Ulf Stark

STUDIOBüHNE II
07
Mo
10:30
Kannst du pfeifen, Johanna
5+
nach dem Kinderbuch von Ulf Stark

STUDIOBüHNE II
08
Di
10:30
Kannst du pfeifen, Johanna
5+
nach dem Kinderbuch von Ulf Stark

STUDIOBüHNE II
09
Mi
10:30
Kannst du pfeifen, Johanna
5+
nach dem Kinderbuch von Ulf Stark

STUDIOBüHNE II
10
Do
10:30
Kannst du pfeifen, Johanna
5+
nach dem Kinderbuch von Ulf Stark

STUDIOBüHNE II

 

Neuigkeiten

Im Anschluss an die Vorstellung SUPERHERO am 21.09.2019 präsentieren wir ein NEUES FORMAT am KRESCHtheater!
Talkrunden mit spannenden Gästen zu den Themen, die wir auf die Bühne bringen.
Wir kommen mit unseren Zuschauern ins Gespräch und laden Menschen ein, die aus Ihrem Alltag berichten und schaffen Raum für Gespräche im Anschluss an die Vorstellung.

Trotzdem – Mut zum Leben!?
Über den angemessenen Umgang mit den Themen Tod und Sterben im Kinder- und Jugendtheater
Eine Gesprächsrunde  im Anschluss an die KRESCHtheater Vorstellung
mit
Prof. Dr. Roland Besser,
Vorsitzender der Hospiz Stiftung Krefeld
Brigitte Fuß und Astrid Mühlenhaus
Abteilung Pflege Hospiz am Blumenplatz Krefeld
Prof. Tim Niehues
Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin am Helios Klinikum
Barbara Stüben,

Psychosozialdienst im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin am Helios Klinikum
René Linke,
Regisseur des Stückes SUPERHERO
Harun Ciftci, Sefa Küskü, Kim Sophie Scheele¸ Christina Wesemann,
SchauspielerInnen in SUPERHERO
Moderation: Helmut Wenderoth, KRESCHtheater
In der offenen Gesprächsrunde soll ein angemessener Umgang mit den Themen Tod und Sterben auf der Bühne erörtert werden. Dabei werden die Erfahrungen der SchauspielerInnen und Fragen des Publikums eine wesentliche Rolle spielen.   


 

Die Gründerin und langjährige Leiterin des Kresch-Theaters, Inge Brand, ist am vergangenen Donnerstag im Alter von 78 Jahren gestorben. Die gebürtige Frankfurterin lebte seit rund 50 Jahren in Krefeld. Sie hat die hiesige Theaterszene geprägt, zunächst noch selbst als Schauspielerin am Stadttheater, später in fast zwei Jahrzehnten am Kinder- und Jugendtheater in der Fabrik Heeder. „Ohne Inge Brand hätte es das Kresch nicht gegeben – sie war der Kopf und das Herz dieses Theaters. Sie hat es zunächst mit großer Leidenschaft aufgebaut und dann über viele Jahre gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern das Profil des Hauses definiert und geschärft. Ihr Verständnis von Theater als Raum für soziale Werte und politische Inhalte wird ebenso bleiben wie ihre Haltung, Kinder und Jugendliche stets zu hundert Prozent ernst zu nehmen. Diese Grundsätze werden im Kresch-Theater auch in Zukunft weiterleben“, sagte Oberbürgermeister Frank Meyer.

Inge Brand wurde am 3. Januar 1941 in Frankfurt geboren und besuchte später dort die Schauspielschule. Gemeinsam mit ihrem Mann Rudolf Brand kam sie 1966 erstmals nach Krefeld und spielte unter dem Generalintendanten Joachim Fontheim am Theater Krefeld-Mönchengladbach. Sie gehörte dort zu den „jungen Wilden“, deren Protagonist der Regisseur Hans Neuenfels war. Unter Fontheim bestimmte der Realismus die Spielpläne: Autoren wie Brecht und Horvath standen regelmäßig auf dem Programm. Diese Zeit prägte auch Inge Brands Verständnis von Theater. Nach Engagements in anderen Städten, zum Beispiel am Düsseldorfer Schauspielhaus, kehrte sie 1971 nach Krefeld zurück und ließ sich hier nieder. Ein Jahr später wurde ihre Tochter Hanna geboren.

In den 1970er-Jahren ließ sich Inge Brand zur Theaterpädagogin ausbilden und absolvierte in Duisburg ein Lehramts-Studium mit den Fächern Germanistik und Sozialwissenschaften. Seit 1983 war sie Lehrerin am Maria-Sibylla-Merian-Gymnasium. Doch das Theater ließ sie nicht los: Am 9. September 1986 startete sie einen öffentlichen Aufruf und suchte stadtweit Jugendliche für das Projekt eines Stadtschultheaters. Prompt meldeten sich 60 junge Menschen, mit denen sie die Musik-Revue „Zicke-Zacke“ erarbeitete. Bereits im Oktober wurde bei „Herbst Pitt“ der Verein Krefelder Schul- und Jugendtheaterzentrum (Kresch) gegründet. Im Sommer 1987 spielte das Kresch in einem Theaterzelt vor der sanierungsreifen Fabrik Heeder. Angeblich soll Inge Brand damals vor dem Gebäude gestanden und ausgerufen haben: „Da muss ich rein!“ Genauso kam es: Ab 1988 waren Produktionen des Kresch in der ehemaligen Tapetenfabrik zu sehen.

Im Juli 1991 wurde das Kresch nach einem Beschluss des Stadtrates zu einer kommunalen Einrichtung. Es nahm in der Folgezeit an regionalen und nationalen Festivals teil. 1997 wurde das Kresch-Theater erstmals zum Kinder- und Jugendtheatertreffen nach Berlin eingeladen. Wie seinerzeit unter Hans Neuenfels standen auch bei Inge Brand sozialkritische Produktionen auf dem Spielplan: Brechts „Mutter Courage“, Max Frischs „Andorra“ oder Arthur Millers „Der Tod eines Handlungsreisenden“. Ihre Schwerpunkte im Kresch hat sie im Jahr 2000 selbst wie folgt beschrieben: „Kinder und Jugendliche brauchen ein Theater, das Fantasie und Verstand provoziert, das Probleme, Träume, Ängste darstellt; ein Theater der Freundlichkeit und des Vergnügens, der Aufmüpfigkeit und des Zorns; ein Theater das Toleranz vorführen kann und Neugierde auf das Leben weckt; ein Theater, das Anstoß zu einem spielerischen Umgang mit der Wirklichkeit gibt.“

Im Januar 2005, kurz nach ihrem 64. Geburtstag, wurde Inge Brand offiziell als Leiterin des Kresch-Theaters in den Ruhestand verabschiedet. Als Fotografin bereiste sie danach die halbe Welt, arbeitete für Foto-Magazine und zeigte ihre Bilder aus Libyen, Indien, Syrien, der Mongolei oder China in mehreren Ausstellungen. Sie übernahm auch den Vorsitz des Fördervereins für das Kulturbüro. Ihrem „Kind“, dem Kresch, blieb sie jederzeit treu und verfolgte den weiteren Weg des Theaters sehr intensiv – mit einer inneren Überzeugung, die Erich Kästner einst prägnant beschrieben hat: „Man muss Theater für Kinder genauso spielen wie für Erwachsene – nur besser.“